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Ein alternativer Manga, auch Underground-Manga, ist ein japanischer Comic, der sich in Themengebiet, Erzählweise oder Zeichenstil von Manga für das breite Publikum abhebt. Das Manga-Magazin Garo revolutionierte diesen Bereich in den 1960ern maßgeblich.

Geschichte Bearbeiten

Die ersten alternativen Manga entstanden in der Nachkriegszeit. Sie wurden durch Leihbüchereien vertrieben, die den Comiczeichnern mehr Freiheiten ließen. Sie erzählten oft von den Leiden, die die Künstler im Zweiten Weltkrieg überstehen mussten, und zeigten gewalttätige und erotische Bilder. Damit unterschieden sie sich beispielsweise von den an Kinder gerichteten Manga des Pioniers Osamu Tezuka.

Ende der 1950er zeichnete der Mangaka Yoshihiro Tatsumi erstmals Comics, die realistisch gezeichnet und erzählt waren, aber trotzdem an eine etwas breitere Gesellschaft gezielt war. Seine Werke wollte er jedoch nicht manga (dt. lustige Bilder) nennen, da die Bezeichnung dafür nicht geeignet war. Deswegen verwendete er den Begriff gekiga (dt. Bilderdrama). Diesem Stil folgten weitere Zeichner, sodass die Gekiga in den 1960ern ihren kommerziellen Durchbruch erlebten. Manga wie Takao Saitos Golgo 13, ein Gekiga, oder der Horror-Manga Ge Ge Ge no Kintaro von Shigeru Mizuki waren überaus erfolgreich.

Im September 1964 gründete Katsuichi Nagai das Manga-Magazin Garo. Shirato Sanpeis Kamui Den startete in der ersten Ausgabe und war ausschlaggebend für den Namen, da eine Figur in Kamui den Namen Garo trug. Kamui wurde schnell populär, doch die Einzigartigkeit des Magazins stellte sich erst mit Künstlern wie Yoshiharu Tsuge ein. Diese Zeichner wurden nicht von der kommerziellen Manga-Szene anerkannt und fanden in Garo eine Form des Ausdrucks. Manga, die voll von Surrealismus, Poesie und Tiefgründigkeit waren, revolutionierten alles bisher Dagewesene. Garo wurde zu einem immer größeren Erfolg, der sogar Osamu Tezuka dazu trieb, ein eigenes, ähnliches Magazin zu starten - COM. Tezuka hatte sich in den vergangenen Jahren durch die Erfolge von Gekiga neu orientiert und zeichnete vermehrt Manga für eine ältere Leserschaft. COM widmete sich wie Garo überwiegend neuen Talenten und veröffentlichte die ersten Werke von Moto Hagio, Junichi Nojo und Daijirō Morohoshi, sowie Kapitel von Tezukas Lebenswerk Hi no Tori.

Nach Abschluss von Kamui in Garo nahm die Auflage des Magazins stetig ab, bis es schließlich in den 1990ern eingestellt werden musste. In den 1980ern begannen japanische Mangazeichner, Techniken europäischer und amerikanischer Comics in ihren Manga einfließen zu lassen. Katsuhiro Otomo hatte auf diese Weise mit Akira großen Erfolg, auch außerhalb Japans. Die Vermischung von japanischen und europäischen Comics verstärkte sich in den 1990ern durch eine Bewegung namens La Nouvelle Manga. Diese geht auf den Franzosen Frédéric Boilet zurück, der gemeinsam mit japanischen Zeichnern wie Jirō Taniguchi und Kan Takahama Manga verfasste. Unter anderem Kiriko Nananan und Hideji Oda fügten sich in diese Bewegung ein.

Underground-Manga in Deutschland Bearbeiten

Im deutschen Sprachraum wurden im Gegensatz zum Französischen, wo sogar eigene Verlage für derartige Manga existieren, nur sehr wenige alternative Manga veröffentlicht. Mit Der lachende Vampir und Midori, das Kamelienmädchen von Suehiro Maruo verlegte Reprodukt allerdings zwei. Ebenso sind mehrere Werke Katsuhiro Otomos auf Deutsch erhältlich. Auch Mohiro Kitōs Naru Taru und Wings of Vendemiaire können als alternativ bezeichnet werden. Frédéric Boilets Yukikos Spinat wurde 2003 vom Ponent Mon publiziert.

Eine kleine Besonderheit ist, dass Kazuichi Hanawas 16-seitiges Jinku, Fleisch der Gnade in Deutschland erschienen ist.

Alternative Magazine Bearbeiten

Beispiele für „alternative“ Mangaka Bearbeiten

Siehe auch Bearbeiten

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