FANDOM


Bandai Entertainment Inc. ist im Vergleich zu den anderen großen Vertrieben relativ jung. Zwar gehört die japanische Firma Bandai zu den größten Produzenten im Animebereich, doch ihr Interesse am US-Markt erwachte erst relativ spät und stand zunächst unter einem recht schlechten Stern:

Während Firmen wie ADV Films und Pioneer sich um einen immer besseren Vertrieb ihrer VHS-Kassetten kümmerten und englische Synchronfassungen als essentiell für eine möglichst große Marktdurchdringung ansahen, versuchte Bandai es mit einem anderen Konzept: Per Webseite bot man englisch untertitelte Tapes zum Kauf an. Und das zu einer Zeit, zu der Pioneer bereits die ersten DVDs herausbrachte...

Nach einiger Zeit erkannte man auch in Japan das Scheitern dieser Idee und entließ auf einen Schlag alle Verantwortlichen dieses Fiaskos und stellte Leute mit Erfahrungen aus der Film- und Videobranche ein, die jedoch keinerlei Erfahrung mit Anime hatten (was zu kleineren Pannen führte, als man plötzlich die neuen Titel auf einer Pornomesse ankündigte, weil man von der AnimeCentral, die genau eine Woche zuvor stattfand und auf der die Konkurrenz ihre Neuheiten bekannt gab, nichts wusste...).

Doch trotz dieses schlechten Starts schaffte es das neue Management recht schnell, das Steuer herum zu reißen. Man engagierte Pioneer als Vertriebspartner und hatte somit einen kompetenten Partner bezüglich des amerikanischen Animemarktes. Allerdings stand man noch sehr unter Kontrolle des japanischen Mutterhauses, obwohl man, wie alle anderen US-Animevertriebe auch, offen um neue Lizenzen bieten musste. Daher hatte Bandai zunächst Probleme, der Konzernmutter verständlich zu machen, dass in den USA alles auf DVDs setzte. Erst als der Erfolg der Pioneer-DVDs unübersehbar war, bekam man die benötigen Rechte und das Kapital zur Verfügung gestellt, um selbst DVDs zu produzieren. Dank der Rückendeckung aus Japan und guter Kontakte konnte man sich jedoch längere Versuchsphasen ersparen und schon mit den ersten DVD überzeugen. Mit Titeln wie Cowboy Bebop und The Vision of Escaflowne wurde ein Teil der Messlatte für heutige US-Anime-DVDs definiert, was im Laufe der Zeit auch zu einer größeren Selbstständigkeit von Bandai führte.

Heute zählt Bandai Entertainment Inc. zu den Marktführern auf dem US-Animemarkt und überwacht gelegentlich für japanische Firmen, die keinen Lizenznehmer fanden, die DVD-Produktion und den Vertrieb: so hat ihr japanischer Zweig diese Möglichkeit für Candidate of Goddess wahrgenommen, während Production I.G. diesen Dienst für Love Hina nutzte.

Aufgrund der veränderten Besitzverhältnisse bei Pioneer nutzt Bandai seit 2004 jedoch einen eigenen Vertriebskanal, mit einer Ausnahme: Ghost in the Shell - Stand Alone Complex wird in Zusammenarbeit mit Manga Entertainment veröffentlicht.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki